Weinverkostung „Wiener gemischter Satz DAC – 2018 – Wiener Wein“

7. September 2020

Heute lese ich auf dem Etikett der FlaschenrĂŒckseite unseres Verkostungsweines von Fritz Wieninger, dass ein Wiener gemischter Satz „so wienerisch wie das Riesenrad“ sei. Und da ich schon zu lange keinen gemischten Satz mehr verkostet habe, hole ich mal direkt mein Österreich-Aromarad fĂŒr Weißweine und es geht los.

In meiner Verkostungsrunde begrĂŒĂŸe ich Philipp Ganzer und Nils Epe, beide arbeiten im Restaurant Hofstube Deimann in Winkhausen bei Schmallenberg.

Das Restaurant hat einen Michelin Stern, erkocht von Felix Weber und seinem Team. Wir treffen uns in unserer Freizeit manchmal zu kleinen Wein-Trainingssrunden, Philipp befindet sich in der Ausbildung des internationalen WSET 3 LEVEL (Wine and Spirit Education Trust). Sein Kollege Nils Epe ist als Hotelfachmann fĂŒr das Sterne-Restaurant Hofstube im Hause Deimann unabkömmlich und immer fleißig bei der Arbeit.

Wir drei sind weinverrĂŒckt und immer auf der Suche nach guten Wein-Empfehlungen fĂŒr die Weinberatung und Essenbegleitung und somit schon gespannt auf den „gemischten Satz“ von Fritz Wieninger, der den Ruf eines Spitzenwinzers hat.
In seinem Rebsorten-Portfolio sind hauptsĂ€chlich Weissburgunder, Welschriesling, GrĂŒner Veltliner, Riesling und Neuburger.
Daher ist es nicht verwunderlich, wenn es mitunter ihm zu verdanken ist, dass Wien als Wein-Hauptstadt international Furore gemacht hat.
Wieninger lebt und agiert mit grĂ¶ĂŸtmöglichen Respekt und Achtung vor Boden, Pflanzen, Tier und Menschen, so ist er Mitglied im Verein Respekt Biodyn, eine Gemeinschaft von 23 WeingĂŒtern aus Österreich, Deutschland, Italien und Ungarn, die das Ziel verfolgen, mit anthroposophischen biodynamischen Methoden Wein von höchster QualitĂ€t zu erzeugen. Als ehemalige Naturkostladen-Besitzerin befĂŒrworte ich ein solches Vorgehen sehr gerne, sichert es doch unsere Zukunft und Existenz!

Nils fĂ€ngt als erstes an: „frisch“, Philipp stimmt zu „frisch, spritzig, etwas Limettenzeste und da ist auf jeden Fall Riesling dabei“.
Ich nehme einen zarten Hauch von Traminer und etwas BlĂŒtenhonig wahr und schon ist sie vor meinem geistigen Auge, die im FrĂŒhjahr ausgesĂ€te Wildblumenwiese mit ihren vielen bunten Farben.

Ein Weingut so wienerisch wie das Riesenrad im Prater

Aber nein, wir wollten ja heute beim Riesenrad bleiben!
Das „Riesenrad“ Weingut Wieninger ist untrennbar mit einem „Wiener gemischten Satz DAC“ verbunden. Die nach SĂŒden und SĂŒdosten ausgerichteten HĂ€nge des berĂŒhmten Nuss- und Bisamberges pflegt Fritz Wieninger mit unermĂŒdlichen Engagement und QualitĂ€tsstreben.

Die Trauben fĂŒr diesen gemischten Satz standen gemischt zusammen im Weinberg, sie wurden gemeinsam per Hand gelesen, verarbeitet und haben drei Stunden auf der Maische gelegen, danach wurden sie im Stahltank ausgebaut.
Und da ist sich das Verkostungsteam auch einig, einem Ausbau im Holz hÀtten die floralen zarten Aromen nicht Stand gehalten.

Aber jetzt geht es weiter mit unseren EindrĂŒcken am Gaumen und wir drehen das Aroma-Rad. PrĂ€sente SĂ€ure im mittlerem bis höheren Bereich, gut eingebunden in komplexen, saftigem Steinobst, wĂŒrzig, lebendig. Im Abgang mit LĂ€nge, etwas Bittermandel und laut Philipp „herbe Chinabaumrinde“. „Das liegt daran, weil du so gerne Tonic trinkst“, lacht Nils.

v.l.n.r. Philipp Ganzer, Nils Epe, Felix Weber

Als unser Sternekoch Felix Weber hinzukommt und sein Verkostungsglas in die Hand nimmt, nehmen die Speisensempfehlungen Fahrt auf: „Leute, ich habe keine Ahnung von Wein, aber ich wĂŒrde Euch hierzu einen Fisch servieren“. Wir nicken einvernehmlich und können uns aus der klassischen österreichischen KĂŒche Semmelknödel in Pfifferlingrahm genauso gut vorstellen wie ein traditionelles Wiener Schnitzel. Dieses wird von Felix Weber natĂŒrlich als ein „gebackener Kalbsbries“ deklariert, bevor er schmunzelnd wieder an seinem Herd verschwindet.

Wir philosophieren noch ein wenig darĂŒber, wie erst die Weine aus den ausgezeichneten Lagen („Ried“ in Österreich genannt) von Wieninger schmecken wĂŒrden. Da wĂ€re zum Beispiel der Wiener gemischte Satz vom Bisamberg, dem Ried Falkenberg und dem blumigen Ried Rosengartel, die wir Euch gerne in einem weiteren Blog vorstellen werden.

Falls Ihr Euch selbst einmal in Wien aufhaltet, empfehle ich Euch einen von zahlreichen Heurigen – Ă€hnlich wie bei uns ein Biergarten – zu besuchen, eine zwanglose Möglichkeit, guten Wiener Wein zu gutem Essen zu genießen!

Fotogalerie:

Weitere BlogbeitrÀge: